Heute möchte ich meine Erfahrungen und Erkenntnisse zum Thema Fasten berichten, denn fasten bedeutet nicht nur nichts essen, sondern noch viel mehr…
Beim Fasten ist es wichtig, sich vorher gut zu überlegen, ob man diesen Schritt gehen möchte und den Willen hat, es durchzuhalten. Es ist nicht wirklich hilfreich, wenn man sich anfangs so sehr bemüht und dann am 1. Tag abbricht, weil der Hunger zu groß ist. Das Hungergefühl auszuhalten ist für Viele eine Herausforderung. In unserer heutigen Zeit ist Essen fast immer und überall verfügbar und manchmal essen wir so häufig am Tag, dass unser Magen gar keine Chance hat, leer zu werden und Alarm zu schlagen. Aber warum essen wir ständig? Ist es wirklich der Hunger nach Nahrungsmitteln oder vielmehr Lust, Ablenkung oder Belohnung? Ich denke nicht, dass wir immer aus Hunger essen – ich nehme mich das selbst nicht aus. Zwischendurch einmal ein Keks oder süße Getränke sind schon mal drin, um ein bestimmtes Bedürfnis in dem Moment zu befriedigen – oft Belohnung nach getaner Arbeit oder Frust bei Stress…schon fast ein Suchtmittel…
Und genau da liegt nun die Überlegung zu sagen; möchte ich das weiter so tun oder etwas verändern, um gesünder und unabhängiger von Essen zu sein?
Ich habe JA zu dieser Veränderung gesagt und mich mit dem Thema Fasten beschäftigt. Durch die Darmentleerung zu Beginn der Fastentage und dem vollständigen Verzicht auf feste Nahrungsmittel wird die Magen-Darm Region „heruntergefahren“ und kann sich regenerieren und entgiften.
Nicht nur für den Körper ist das eine Entlastung, sondern der weitere positive Nebeneffekt ist, dass wir durch den Verzicht auf das Essen merken, welche Bedürfnisse wir mit Essen befriedigen und wie wichtig es ist, für alle Nahrungsmittel dankbar zu sein. Nach der Fastenkur verändert sich oft das Essverhalten; man isst bewusster und langsamer und etabliert oft eine gesündere Ernährung (z.B. weniger Fastfood etc.).
Also einige positive Aspekte, die für eine Fastenkur sprechen. Hier noch einmal alle, die mir in den Sinn kommen:
- Gewichtsabnahme
- Entgiftung / Regeneration des Körpers
- Haltung zum Essen verändert sich
- Bewusstsein für eigene Bedürfnisse wird gefördert
- Zeit für andere Vergnügungen (Kochen und Essen braucht Zeit)
Worauf wartet ihr noch, los geht’s!
Wichtig noch zu erwähnen; die Dauer der Fastenkur kann individuell sein, also ich als Anfängerin beginne erst einmal mit einer Woche (7 Tage) – aber die Fortgeschrittene fasten oft 2-3 Wochen. Es gibt im Internet und in Fachbüchern viele Tipps und Tricks für euch. Schaut gerne mal in meinen Büchertipps vorbei…
Während ich diese Zeilen schreibe, faste ich bereits den 5. Tag und merke mit jedem Tag die starken Veränderungen auf allen Ebenen.
Ich habe letztes Jahr zur gleichen Zeit bereits 1 Woche gefastet und fand es großartig, vor allem so zum Ausklang des Jahres und nach dem Wettessen zu den Weihnachtstagen.
Um Energie für den Tag zu haben, esse ich seit dem 2. Fastentag jeden Morgen einen Löffel Honig, ansonsten nur Tee und Wasser.
In erster Regel spüre ich die körperlichen Veränderungen wie Gewichtsabnahme, die ersten 2 Tage immer mal wieder Hungergefühle und seit dem 3. Tag eine physische Leichtigkeit, die einfach fantastisch ist. Ich kann Yoga praktizieren und in der Natur spazieren gehen und fühle mich insgesamt vital und fit (wenn ich den Honig nicht vergessen habe).
Noch viel spannender finde ich allerdings die Veränderung auf psychischer Ebene, auf der Seelenebene. Die Wahrnehmung weitet sich, man ist sensibler und ruht mehr in seiner Mitte. Man spürt das Leben intensiver, kann jeden schönen Moment genießen und vollständig gegenwärtig sein mit allen Sinnen. Mir fallen auf einmal viel mehr Kleinigkeiten auf und ich bin achtsamer im Umgang mit Gegenständen, Lebewesen und der ganzen Natur. Eine spirituelle Erkenntnis, für die ich sehr dankbar bin.
Klar vermisse ich das Essen, ich LIEBE Essen und vor allem backe ich für mein Leben gerne. Aber das ist kein Problem, ich habe sogar in meiner Fastenzeit gebacken, ohne auch nur einen Keks zu probieren. Das funktioniert mit viel Disziplin und dem Fokus auf der Sache, denn ich habe die Entscheidung getroffen, nicht zu essen und daran halte ich mich auch. Es ist ja nicht so, dass ich für immer aufhöre, zu essen. Es sind nur ein paar Tage und ich freue mich schon „wie ein Schnitzel“ auf die kommende Zeit, in der ich das Essen noch mehr genießen kann durch diese intensive Erfahrung während des Fastens.
Ich hoffe, ich habe euch auf den Geschmack gebracht, viel Spaß beim Fasten und danach beim neuen Erlebnis „Essen“ 🙂
Alles Liebe, eure Justina
