Dankbarkeit

Was bedeutet es, im Hier und jetzt dankbar zu sein? Wie fühlt sich das genau an? Dieser Moment, wenn man realisiert, wie schnell das Leben sich verändern kann. Wenn man miterlebt, wie andere Menschen mit einem Wimpernschlag krank, unglücklich oder von dieser wunderschönen Welt gehen. Erfolgreiche Persönlichkeiten, die man immer beneidet hat, sind plötzlich unheilbar krank. Beim gemütlichen Abendessen am Flugplatz erfährt eine Familie, dass ein geliebtes Mitglied der Familie mit dem Flugzeug tödlich verunglückt ist. Der Schmerzschrei der Mutter geht mir durch Mark und Bein. Durch meine sozialpädagogische Arbeit begegnen mir im Alltag viele unglückliche Menschen, die von Ängsten und Traurigkeit bestimmt werden.

Und ich?

Ich bin gesund, glücklich und lebe auf dieser wunderschönen Welt mit Menschen, die mich akzeptieren, wie ich bin und mich mit ihrer Liebe beschenken. Jeden Tag aufs Neue, ohne Bedingungen. Das ist das Geschenk des Lebens, und ich verstehe es jetzt, genau jetzt! Ich kann es kaum fassen, weder in meinem Kopf noch in meinem Herzen. Die Tränen laufen über mein Gesicht und in mir wird es ganz still…und dann kommt aus dem Tiefsten meines Herzens ein DANKE. Das Gefühl, genau richtig zu sein, das Gefühl, geliebt und sicher zu sein, das Gefühl, das größte Geschenk erhalten zu haben. Das Geschenk der Dankbarkeit.

Es gibt unendlich viele Gründe, warum ich dankbar bin…meine Gesundheit, mein Körper, mein Mann, mein Zuhause, meine Familie, meine Freunde, meinen Job, meine Heimat…es gibt so viele kleine und große Dinge im Leben, für die man dankbar sein kann. Dennoch ist Dankbarkeit nicht nur von äußeren Umständen abhängig, sondern von unserer Innenwelt, dem Herzen, der Seele, dem Unbewussten. Dankbarkeit kommt von innen, erschaffen aus der Transformation von Schmerz, Angst und anderen schweren Emotionen. Denn ohne diese könnten wir nur schwer von leichten und friedvollen Emotionen unterscheiden und uns bewusst für diese entscheiden, die wir in unserem Leben erschaffen und leben wollen. Alle Gefühle sind wichtig und haben ihren Platz – keine Frage! – aber wir fühlen und durchleben sie – wir sind sie nicht. Auch wenn jemand sagt: „Ich bin traurig.“ Genau genommen, nicht. Wir sind nicht traurig, sondern wir fühlen Trauer oder Traurigkeit aufgrund einer bewerteten Situation, die wir erleben oder erlebt haben. Es gibt eine tolle Erläuterung, dessen Ursprung mir leider unbekannt ist, aber sie hat mir die Augen geöffnet, schon vor längerer Zeit. Sie beschreibt das Wort Angst wie folgt:

A – steht für Annahme

N – steht für negative

G – steht für Gedanken

S – steht für seien

T – steht für Tatsachen

…Angst bedeutet hier Annahme, negative Gedanken seien Tatsachen.

Das finde ich so genial. Oftmals erschaffen wir schwere Gefühle aus Gedankenkonstruktionen, die nicht der Realität entsprechen. Wir malen uns in unserer Vorstellung aus, wie schlimm diese oder jene Situation werden mag oder wie sie in der Vergangenheit war, aber sie ist in dem gedachten Moment NICHT REAL. Wir haben also ein negatives Gefühl, obwohl in unserer Außenwelt alles in Ordnung ist. Das ist doch faszinierend. Und genau so können wir unsere Gedanken sowie Gefühle aktiv steuern, um sie leichter und positiver zu gestalten. Denn wir haben die Macht, dies zu tun. Die Macht zu entscheiden, ob wir weiter in dem schweren Gefühl stecken bleiben wollen oder andere Gedanken in uns aufsteigen lassen. Klar klingt das „zu einfach“ aber es funktioniert mit etwas Training und Selbstreflektion.

Es gibt viele Dinge auf dieser Erde, die unser Herz schwer werden lassen. Im eigenen Leben oder kollektiv – Gewalt und Schmerz scheint präsenter denn je. Umso wichtiger ist unser Fokus auf Liebe, Vergebung, Dankbarkeit und Hoffnung.

Dies gelingt, wenn wir unsere Wunden aus der Vergangenheit anschauen und loslassen können. Ein langer Weg, der unser ganzes Leben dauert…aber es lohnt sich… Stück für Stück können wir mehr Freude und Frieden empfinden für uns und die Menschen um uns herum. Dies führt zu mehr Freude und Frieden in der Welt, denn nur jeder für sich kann seinen Schmerz und seine Wut auflösen. Es wird kein Erlöser vorbeikommen und die Menschheit von allem Leid befreien. Das müssen wir in Eigenverantwortung selbst tun, dafür sind wir hier!

Wir sind hier, um alle Höhen und Tiefen zu erleben – um zu erkennen, wer oder was wir sind und wer oder was wir sein wollen. 

Jeden Tag können wir uns entscheiden…wer oder was willst du sein?

Das Leben, dass wir leben wollen, steht bereit. Erschaffen wir es, wie wir es uns schon immer vorgestellt haben. Es ist alles möglich, wenn wir es zielstrebig verfolgen und unsere Träume immer im Fokus behalten.

DU KANNST ALLES SEIN! ENTSCHEIDE JETZT!

In tiefer Liebe

Justina

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